Unser Angebot

Die Sprachförderung in der Kindertagesstätte

"Sprache ist der Schlüssel für Erfolg in der Schule und im Beruf, für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und für die Integration in die Gemeinschaft. Darum ist es wichtig, dass wir mit der Förderung so früh wie möglich anfangen. Die "Offensive Frühe Chancen" richtet sich deshalb vor allem an die Kleinsten, die Hilfe bei ihrer sprachlichen Entwicklung brauchen, damit auch sie faire Chancen von Anfang an haben!"
Siehe auch: www.frühechancen.de und Kiss Siegel Verleihung

 

Mehr Personal für bessere Förderung: Sprache steht im Mittelpunkt.

Unsere Kindertagesstätte ist eine Schwerpunkt-Kita "Sprache & Integration". Damit steht uns eine zusätzliche Fachkraft zur Verfügung, die ausschließlich Aufgaben zur Sprachförderung übernimmt.

Damit sind folgende Aufgaben verbunden:

  • Sprachförderung von einzelnen Kindern und Gruppen,
  • Beobachtung und Dokumentation der sprachlichen Entwicklung der Kinder
  • Beratung und Begleitung des Kita-Teams zum Thema Sprachförderung
  • Zusammenarbeit mit der Eltern Offensive Frühe Chancen
  • Schwerpunkt-Kindertagesstätte Sprache und Integration.

Die ASB Kindertagesstätte Lohfelden wurde als Schwerpunkt-Kita ausgewählt an dieser, vom Bundesministerium für Familie geförderten Initiative, teilzunehmen. Seit dem 15. Juli 2011 steht Britta Bender-Rothenpieler als Fachkraft für Sprachförderung der KiTa zur Verfügung. Sprechen lernen ist für Kinder ein Prozess von elementarer Wichtigkeit und wird doch scheinbar ganz nebenbei betrieben, denn: Babys und Kleinkinder pauken nicht mit dem Grammatikbuch und führen kein Vokabelheft. Wie also lernen sie ?

Sie beobachten ihre erwachsenen Mitmenschen und hören ihnen zu. Sie experimentieren mit ihrer Stimme und mit Lauten, sie imitieren ihre Bezugspersonen, wiederholen was sie hören, variieren und probieren unermüdlich aus. Kinder eignen sich Sprache am besten in Situationen und Handlungszusammenhängen an, die für sie von Bedeutung sind: Wenn sie beim Plätzchen backen helfen, mit dem Hund des Nachbarn spielen oder den großen Bagger auf der Straße vor dem Haus bei seiner Arbeit beobachten. Wörter wie Mehl und Eier, Fell und Zähne, Bagger und Lastwagen werden so für die Kinder sinnlich erfahrbar und bieten Stoff für Erzählungen. Auf diese Weise wird mit der Zeit der Zusammenhang zwischen bestimmten Lauten und Objekten entdeckt.

Für den Spracherwerb ist es nun besonders wichtig, dass die Kinder in ihrem Alltag viele Gelegenheiten haben, das neu erworbene Wissen mitzuteilen, ihren Sprachschatz anzuwenden, durch viele Wiederholungen zu festigen und Stück für Stück zu erweitern. Manche Kinder lernen in jungen Jahren, neben ihrer Familiensprache, sogar noch eine Zweitsprache: sie wachsen zweisprachig auf. Je kleiner diese Kinder sind, desto leichter, schneller und "beiläufiger" erfolgt dieser Zweitspracherwerb. Im Kindergartenalltag bieten sich vielfältige Möglichkeiten, die zur sprachlichen Bildung genutzt werden können: beim Spielen, Singen, Basteln, aber auch beim Essen, Malen oder Turnen entstehen ständig sprechanregende Situationen, die aktiv zur Anregung der Sprachbildung genutzt werden können. Um diese Prozesse gezielt zu unterstützen, hat die Bundesregierung das Programm "Offensive Frühe Chancen: Schwerpunkt – Kitas Sprache & Integration" ins Leben gerufen.

 

Kind und Sprache in der Kita

Die Sprachkompetenz vieler Vorschulkinder ist in den letzten Jahren rückläufig. Immer weniger Kinder sprechen ein gutes Deutsch. Das Bundesfamilienministerium greift die Problematik auf und will die Sprachbildung von Kindern im Vorschulbereich verbessern. Bundesweit wurden somit ausgewählte Schwerpunkt-Kindertagestätten mit Fördermitteln ausgestattet. Eine ausgebildete Sprachfachkraft für die Dauer des Sprachprojektes "Frühe Chancen" wird vom Bundesfamilienministerium finanziert um Fortbildungen für das Team und Arbeitsausstattung zu ermöglichen.

Die Kindertagesstätte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Lohfelden gehört seit über einem Jahr zu den ausgewählten Schwerpunkt Kitas.
Zusammen mit der Sprachfachkraft Britta Bender-Rothenpieler haben einige unserer Mitarbeiterinnen in der "Arbeitsgruppe Kind & Sprache" (ARKIS) ein individuelles und passgenaues Sprachkonzept entwickelt. Die Arbeitsgruppe besteht aus den Erzieherinnen Nadine Wicke, Nicole Baum, Silke Eichhorst und Kirsten Thiemich.

Das neue Sprachkonzept besteht aus den Bausteinen:

  1. Marte Meo (aus eigener Kraft)
  2. Hanen (Dialogfähigkeit)
  3. KISS (Sprachstandsüberprüfung) und
  4. KonLab (Sprachförderung).

Ziel ist es, alle Kinder zu fördern, ihre Ressourcen, Stärken und Fähigkeiten zu entdecken und ihre Entwicklung sprachlich zu begleiten. "Alltagsintegrierte Sprachbildung" heißt das Stichwort. Um dieses Ziel erreichen zu können, bildet der ASB und externe Fortbildner das gesamte Team der ASB Kindertagesstätte in den oben genannten Bausteinen fort, die wir im Folgenden näher bringen wollen.

"Marte Meo" nennt sich das Programm, das videogestützt Entwicklungsprozesse der Kinder und gute Interaktionen zwischen Erzieherinnen und Kindern inhaltlich umsetzt. Am Ende der Fortbildung erhalten alle Teammitglieder ein Zertifikat. Um darüber hinaus auch die Kommunikation und den sprachlichen Aspekt umsetzen zu können, arbeitet der ASB zusätzlich mit dem in Kanada entwickelten "Hanen-Programm", dass das Lernen im Dialog als Schwerpunkt hat.

Ein zentraler Punkt des Sprachkonzeptes des ASB ist die sprachliche Überprüfung aller vier bis viereinhalbjährigen Kinder durch KISS. KISS bedeutet Kindersprachscreening und wurde vom Land Hessen entwickelt und wird von den Gesundheitsämtern umgesetzt und betreut. Mit einem standartisierten Test werden Sprachfähigkeit, Wortschatz, Grammatik und Lautbildung der Kinder überprüft. Nach Auswertung des Tests durch die zertifizierten Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätte wird das Ergebnis nochmals von einem Sprachexperten des Gesundheitsamtes überprüft.

Am Ende des Prozesses erhalten die Eltern in einem Brief die Mitteilung, ob ihr Kind sprachlich unauffällig ist, oder ob Maßnahmen zur Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten ihres Kindes umgesetzt werden sollten. Sind die Sprachdefizite nicht bedenklich und eine logopädische Behandlung ist nicht notwendig, setzt hier 4. "Kon-Lab" des ASB-Sprachkonzeptes an: Die Sprachförderung durch KonLab. Mit umfangreichem Übungsmaterial wird "KonLab" mehrmals wöchentlich in der Kita von den geschulten Erzieherinnen umgesetzt um eine Verbesserung der Grammatik und des Wortschatzes der Kinder zu erzielen.

Zur Umsetzung dieses individuellen Sprachkonzeptes bedarf es jedoch nicht nur gut ausgebildeter und mehrfach zertifizierter Mitarbeiter, sondern auch einer technisch modernen Ausstattung. Die ASB-Kindertagesstätte arbeitet deshalb innovativ mit Kameras, Laptop und digitalem Bilderrahmen.

Lesen Sie auch unter: Artikel in der HNA vom 27.11.2012 (PDF-Datei)

Zur Person

Britta Bender-Rothenpieler
Deutschpädagogin, Diplom Sozialpädagogin
Langjährige Tätigkeit in der Förderung von Kindern mit Lese-Rechtschreibstörungen
Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund in der ASB-KiTa seit Juni 2004